Bonsai ist eine Kunst, aber auch eine Philosophie und eine Lebensregel, die auf dem Respekt vor der Natur basiert.

Francois Jeker

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Seit vielen Jahrhunderten wird Bonsai von den Chinesen und den Japanern als Kunst betrachtet und als solche von Bonsai-Meister zu Bonsai-Schüler an jede neue Genration weitergegeben. Im Westen hingegen gibt es keine derartige verwurzelte Tradition, weil diese Kunst bei uns noch sehr jung ist. Es wird wohl noch seine Zeit dauern, bis sie sich bei uns als komplette Kunstform etabliert hat. Wie bei allen Künsten ist Übung und Routine auch bei Bonsai der Schlüssel zum Erfolg.

Bonsai ist auch bei uns über die bloße gärtnerische Disziplin hinausgewachsen und wird inzwischen weitgehend als Kunstform akzeptiert. Als solche gründet sie sich auf eigenen ästhetischen Prinzipien:

    • Wie bei jeder anderen Kunst gilt auch bei Bonsai: Sie ist in gewissem Maße immer ein Stück Illusion. Der Miniaturbaum ist lediglich die vom Künstler umgesetzte Realität, sprich ein Bild, eine Vision des wirklichen Baumes. Es liegt gar nicht so fern, einen Bonsai mit einem Gemälde oder einer Skulptur zu vergleichen. Der kreative Prozeß wird durch eine geistige Anregung ausgelöst. Das Ausdrucksmedium ist die lebende Pflanze. Das vorläufige Ergebnis bringt den Baum auf den Weg, den sich der Künstler vorstellt. Denn im Unterschied zu einem Gemälde oder einer Skulptur, welche nach möglichen Überarbeitungen fertig ist, ist ein Bonsai ein lebendes Kunstwerk, welches immer weiter wächst und sich weiter entwickelt, sein Leben lang. Ein Bonsai wird nie fertig sein – er entwickelt sich ewig weiter.